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In diesem Artikel beschreiben wir, wie wir eine Isolierung für unser Aufstelldach im Camper selbst genäht haben und wie ihr es für euer Aufstelldach einfach nachmachen könnt.

Wir haben uns extra den Westfalia Columbus mit Winterpaket gekauft, da wir auch im Winter gerne mit unserem Camper losziehen wollen. Normalerweise schlafen wir im Winter nicht im Aufstelldach, sondern im wärmeren Heckbett. Da wir aber seit kurzem zu dritt unterwegs sind, ist das Heckbett etwas zu eng, weshalb wir dann doch das zusätzliche Bett im Aufstelldach nutzen. Die Temperatur im Aufstelldach liegt im Winter leider nur einige Grad über der Außentemperatur, da die dünne Zeltplane für keine Isolation sorgt.

Da wir für unser Aufstelldach keine käufliche Lösung zur Isolation gefunden haben, haben wir selbst eine Aufstelldach Isolierung entworfen. Weil die Zeltplane des Aufstelldachs bereits einen Wetterschutz bietet, bringen wir unsere DIY- Isolation innen im Aufstelldach an.

Alles was ihr für die Aufstelldach Isolierung braucht wird hier im Artikel beschrieben.

Materialien

Im Internet haben wir Do It Yourself – Thermomatten gefunden, die sich sehr gut für dieses Vorgehen eignen. Da es einiges an Fläche zu isolieren gibt, haben wir 2 Do It Yourself Thermomatten (3,5m x 1,5m) gekauft. Zur Befestigung der Thermomatten im Dachzelt haben wir uns für Klettverschluss entschieden, da dieser auch für eine gewisse Dichtigkeit sorgt. Da man um die Ausschnitte der Thermomatte ein Einfassband nähen muss, empfiehlt es sich hierfür eine Nähmaschine zu benutzten, sonst dauert das Projekt wahrscheinlich noch viel länger.  Jetzt kann es losgehen.

1) Ausmessen

Zunächst haben wir das gesamte Aufstelldach von innen ausgemessen um damit passende Stücke aus der Thermomatte ausschneiden zu können. Die hier gezeigten Maße sind die genauen Abmaße unseres Aufstelldaches in Millimeter. Da diese wahrscheinlich je nach Aufstelldach stark variieren, empfiehlt es sich diese Werte nochmal zu überprüfen, bevor man mit der Schere loslegt. Wir haben diese Werte beim späteren Zuschnitt auch noch an jeder Seite um 2cm verlängert, um bei den Nähten etwas Spiel zu haben – Besser etwas zu lang als zu kurz.

2) Ausschneiden

Unsere Aufstelldach Isolierung soll aus zwei großen Thermomatten bestehen, die im Aufstelldach befestigt werden und sich teilweise überlappen. Jede der beiden Thermomatten soll aus jeweils aus einem Seitenteil bestehen, das eine Seite des Aufstelldachs isolieren soll, sowie aus einem Front- und Heckteil, die an das Seitenteil angenäht werden, siehe erste Zeichnung unten. Wenn beide Thermomatten im Aufstelldach befestigt werden, sollen sich die Thermomatten jeweils im Frontteil und Heckteil des Aufstelldachs überlappen und hier für zusätzliche Dichtigkeit sorgen, siehe zweite Zeichnung.

Die Maße (+2cm zum Nähen) haben wir zunächst auf die mitgelieferten Kunststofffolien (Schablonen) gezeichnet und mit einer scharfen Schere ausgeschnitten. Diese Schablonen haben wir dann nochmal im Dachzelt auf die richtige Passung geprüft und etwas nachjustiert. Indem man die Kunststofffolien-Schablonen auf die Thermomatte legt, kann man auch herausfinden, wie die benötigten Formen am besten aus dem 3,5m x 1,5m Rechteck ausgeschnitten werden können. Anschließend haben wir mit Hilfe der Schablonen die Thermomatten passend ausgeschnitten.

Es ist darauf zu achten, dass man jeweils 2 spiegelverkehrte Teile ausschneidet, da die Alubeschichtung immer außen sein muss.

3) Zusammennähen der Aufstelldach Isolierung

Auch wenn man das Gefühl hat, schon fast fertig zu sein, kommt die eigentliche Arbeit erst jetzt. Man muss nämlich an den Rändern ein Einfassband annähen. Das bedeutet einige Meter nähen. Besonders wenn man keine Ahnung vom Nähen hat (wie wir) ist das durchaus eine Herausforderung. Nach ein paar Versuchen an Schnittresten haben wir uns an die eigentlichen Teile gewagt. Es empfiehlt sich mit dem Heckteil anzufangen, da das handlicher ist und man es im Notfall auch nochmal ausschneiden kann, da noch genug Reste dafür da sind.

Nachdem jede Fläche einzeln eingefasst ist haben wir anschließend je ein das Front- und Heckteil an die Seitenteile genäht. Fertig sind zwei große Thermomatten!

4) Befestigung im Dachzelt

Zur Befestigung der Thermomatten soll ein Klettverschluss im Aufstelldach oben umlaufend sowie an den oberen Kanten der zwei frisch genähten Thermomatten angebracht werden. Das Klettband besteht aus den typischen zwei “Seiten” eines Klettverschlusses, einer “weichen” Seite und einer “harten” Seite mit Noppen. Da die weiche Seite leichter an der Thermomatte angebracht werden kann, soll der “harte” Teil des selbsthaftenden Klettbands oben an der Aluleiste umlaufend befestigt werden.

Das Kleben des Klettbands im Dachzelt sollte man an einem warmen Tag machen, da nur so sichergestellt ist, dass der Klebstoff ordentlich trocknet. Wir haben die Aluleiste zusätzlich vorher mit einem Fön erwärmt und während der Trocknungszeit einen Heizlüfter im Dachzelt gehabt. Ideal wäre aber diese Verklebung im Sommer zu machen. Ist das Dachzelt umlaufend mit dem Klettband ausgestattet folgt als nächster Schritt die Verklebung des “weichen” Klettbands auf den jeweils oberen Kanten der beiden Thermomatten.

Fazit der Aufstelldach Isolierung

Die Isoliermatten haften super und schon beim Anbringen merken wir, dass die Isolierung funktioniert, denn allein unsere Körperwärme sorgt bereits für eine wahrnehmbare Erwärmung im Dachzelt. Ein erste Testnacht bei moderaten Außentemperaturen (Minimal 5° um 7:00 Uhr morgens) hat ergeben, dass die Temperatur im Zelt (bei eingeschalteter Heizung im Camper) nur ein paar Grad unter der Temperatur im Camper bei ca. 15° (19° im Camper) geblieben ist und ein Übernachten im Dachzelt damit auch bei kälteren Außentemperaturen gemütlich möglich ist.

Ein zusätzlicher Effekt ist auch die Geräuschdämmung. Außengeräusche werden etwas gedämmt und man hat nicht das Gefühl direkt auf der Straße zu schlafen.

Unsere DIY Aufstelldach Isolierung lässt sich leicht anbringen und entfernen. Bei geschlossenem Aufstelldach können die Thermomatten einfach zusammengeklappt auf der Matratze gelagert werden. Auch wenn das Nähen eine ziemliche Herausforderung war, sind wir mit dem Resultat sehr zufrieden und können diese Isolierung wirklich empfehlen.

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Sonja & Matthias

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5 Comments

  • hans-dieter ehrgott sagt:

    Hallo,
    ich habe interessiert Eurer Artikel gelesen und möchte Euch zu dem DIY Produkt gratulieren. Das habt Ihr wohl mit viel Liebe und Talent gefertigt. Sieht super aus.
    Da ich Neuling im Schlafen unterm Aufstelldach bin habe ich Eure Erfahrungen mit der Isolierung richtig verschlungen. Was mir noch als Frage bleibt. Mit der Isolierung sind ja die Lüftungsfenster des Aufstelldachs zu. Die Temperatur erhöht sich im Dach und somit auch die Fähigkeit der Luft Feuchtigkeit zu halten. Kondensiert diese Feuchtigkeit nicht hinter der Isolierung an der Zeltwand, insbesondere weil ja die Querlüftung nicht mehr vorhanden ist? Bis zu welcher Temperatur habt Ihr übernachtet?

    • Matthias Harzheim sagt:

      Hi hans-dieter,

      Die Lüftungsschlitze sind wahrscheinlich eher für den Sommer, dass es nicht ganz so stickig ist und etwas Luftzug entsteht. Ganz dicht ist meine Isolierung ja auch nicht, da ist genug um noch etwas Lüftung zu schaffen. Ich habe schon bei -10° da oben geschlafen war super, da die warme Luft ja von unten hoch zieht. Kostet wahrscheinlich etwas mehr Sprit, aber dafür ist es schön warm.

      Ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden und habe jetzt bestimmt schon 15 Nächte mit der Isolierung verbracht.

      Grüße,

      Matthias

  • Mirko sagt:

    Hallo Matthias & Sonja,

    Danke für Euren tollen Beitrag und die Vorlage für die Dachzeltisolierung. Wir haben diese nachgebaut, auch mit dem Reimo Isoliermaterial (sieht etwas anders aus, innen grau, Rautenmuster) sowie dem Klettverschluss. Sind aktuell in Südtirol unterwegs und sammeln erste Erfahrungen damit. Die Nachttemperaturen liegen bei 10-12 Grad, wir haben die Heizung jeweils morgens und abends kurz (ca 10-15 Minuten) laufen bis es in der Dinette ~19 Grad hat.
    Wenn alle Lüftungsöffnungen im Dach verschlossen sind, schlägt sich morgens innen am Dämmaterial merklich Feuchtigkeit nieder, sodass wir dieses mit einem Handtuch trocken legen müssen. Auch das Hakenband an der Aluleiste am Dach löst sich aufgrund von Feuchtigkeit. Machen wir das Frontteil oben nicht mit dem Klett ganz zu, sondern lassen einen Spalt offen (vor der Dachentlüftung) haben wir keine merkliche Feuchtigkeit an dem Dämmstoff.
    Wie ist Euer Dämmstoff? Ist der innen atmungsaktiv oder eine geschlossene Folie wie bei uns? Schlägt sich bei Euch keine Feuchtigkeit nieder? (Hätte die eher auf der silbernen Spiegelfolienseite erwartet, nicht innen). Hält Euer Hakenband an der Aluschiene? (Wir haben das gleiche Band, welches Ihr verlinkt habt genommen) . Irgendwelche weiteren Tipps? Lg Mirko

    • Matthias Harzheim sagt:

      Hallo Mirko,

      das Klettband haben wir mit einem Sekundenkleber für Metal und Kunststoff auch nochmal nachkleben müssen, da es sich an ein paar Stellen leicht gelöst hat. Jetzt ist es wieder fest und wirkt so, als würde es auch lange fest bleiben. Ich schreibe diese Antwort gerade im Aufstelldach mit 5° Außentemperatur nach dem Aufstehen. Fruchtigkeit habe ich keine hinter der Matte. Aber vielleicht liegt das an der Heizung vom Columbus. Hier ist eine Eberspächer Hydronik 2 verbaut. Die erwärmt die Luft im Inneren und saugt nicht Luft von außen an, die in den Innenraum gepumpt wird. Letzteres würde dazu führen, dass die Luft dann auch irgendwo wieder raus muss und das wäre wahrscheinlich das Aufstelldach. In diesem Fall würde viel mehr Luft hier zirkulieren, was vielleicht zu erhöhter Feuchtigkeit führt.

      Aber das sind natürlich nur Mutmaßungen:-)

      Grüße,
      Matthias

      • Mirko sagt:

        Danke Matthias,

        wir haben auch einen Columbus aus 2021, sollte die gleiche Heizung sein.
        Ist Euer Dämmaterial ggf. Feuchtigkeitsaufnehmend oder eher wie eine Plastikfolie?
        Lg Mirko

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